Eine Sonnenblume wendet sich dem Licht zu

Selbstablehnung: Sich selbst die Liebe verweigern

Selbstablehnung ist die Wurzel, die entsteht, wenn ein Mensch sich selbst die Liebe verweigert, die Gott ihm längst gibt. Sie flüstert leise und ununterbrochen: mit dir stimmt etwas nicht.

Woher die Selbstablehnung kommt

Tautropfen an einem Spinnennetz im Gegenlicht

Irgendwann kam eine Botschaft an, in Worten oder in Blicken: du bist nicht genug, so wie du bist. Vielleicht von den Eltern, von der Klasse, vom Spiegel, vom Vergleich. Und das Kind zog daraus ein Urteil über sich selbst, das seither wie ein Gesetz gilt. Darunter, ganz unten, liegt die Angst, nicht zu genügen und darum abgelehnt zu werden. Selbstablehnung ist eine vorweggenommene Ablehnung: ich lehne mich lieber selbst ab, bevor es ein anderer tut. Es fühlt sich an wie Bescheidenheit oder wie ehrliche Selbsterkenntnis. In Wahrheit ist es eine Wunde, die spricht.

Wie sie sich zeigt

Selbstablehnung hat eine Stimme, den inneren Kritiker, der nie zufrieden ist. Sie treibt in den Perfektionismus, weil man sich Liebe verdienen will, die man doch geschenkt bekäme. Und weil eine Wurzel überall Frucht trägt, sitzt sie besonders nah an Essen und Körper: der Hass auf den eigenen Leib, der Blick in den Spiegel, das Bestrafen mit Diäten oder das Betäuben mit Essen, das Schinden im Sport, um einen Körper zu reparieren, den man ablehnt. Und in der Partnerschaft kann Selbstablehnung die Liebe des anderen nicht annehmen, weil sie im Inneren nicht glaubt, liebenswert zu sein.

Was die Bibel sagt

Yeshua fasst das Gebot zusammen: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Markus 12,31). Er setzt eine gesunde Selbstannahme als selbstverständlich voraus. Und Gottes Urteil über dich klingt ganz anders als dein Urteil über dich: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin“ (Psalm 139,14). „Er hat uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war … und hat uns angenehm gemacht in dem Geliebten“ (Epheser 1,4-6). Du bist angenommen, bevor du etwas geleistet hast.

Ursprung: Bibel · Wissenschaft findet heraus
Ursprung: Bibel

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin.“ Der Mensch ist mit Bedacht gemacht und darf sich selbst annehmen, weil Gott ihn annimmt.

Psalm 139,14
Wissenschaft findet heraus

Harte Selbstkritik hält den Körper im Bedrohungs-Modus und hebt das Stresshormon Cortisol. Sich selbst freundlich zu begegnen senkt es, beruhigt den Herzschlag und setzt Botenstoffe der Sicherheit und Verbundenheit frei.

Kristin Neff, Selbstmitgefühls-Forschung
Die Schrift sagt, du bist mit Bedacht gemacht. Die Forschung zeigt, dass Selbstannahme den Leib beruhigt und Selbsthass ihn zermürbt.

Wie diese Wurzel heilt

Gelbe Blüten im Sonnenlicht

Aus der Selbstablehnung argumentiert man sich nicht heraus, und man verbessert sich auch nicht aus ihr heraus, denn jede Selbstverbesserung bestätigt nur den Satz „so wie ich bin, genüge ich nicht“. Diese Wurzel heilt im Empfangen. Der Vater hat längst ein Urteil über dich gesprochen, und es lautet: geliebt, angenommen, gewollt. Heilung heißt, dieses Urteil höher zu stellen als das eigene und es ins Herz zu lassen. Nicht, weil du dich für großartig hältst, sondern weil du glaubst, was die Liebe über dich sagt. Aus einem geliebten Kind heraus wird auch der Umgang mit dem Körper, mit dem Essen und mit den anderen frei. Man pflegt gern, was man als Geschenk annimmt.

In einem Satz

Selbstablehnung verweigert sich die Liebe aus Angst, nicht zu genügen. Sie heilt, wenn du das Urteil der Liebe über dich höher stellst als dein eigenes und es empfängst.

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