Feldweg zu einem einzelnen Baum im Abendlicht

Sohnschaft: Kind, nicht Bittsteller

Sohnschaft ist der Stand als Kind des Vaters, mit vollem Recht und vollem Erbe. Das griechische huiothesia meint die Einsetzung als Sohn, unumkehrbar und ganz.

Woher das Wort kommt

Eine angelehnte Tür mit warmem Licht

Huiothesia war im römischen Recht die Annahme an Kindes statt. Wer so angenommen wurde, wurde zum vollen Erben, rechtlich unwiderruflich, mit allen Rechten des Hauses. Paulus greift genau dieses Bild auf: „Ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, lieber Vater“ (Römer 8,15). Abba ist das aramäische Wort eines Kindes für seinen Papa, ganz vertraut und ohne Distanz.

Warum es oft verfehlt wird

Warme Tasse und Gebäck, ein gemütliches Zuhause

Viele leben als Knechte, die sich die Gunst des Herrn täglich verdienen müssen. Sie beten, als müssten sie überzeugen, und dienen, als stünden sie auf Bewährung. Der Sohn aber muss nichts erkämpfen. Er ist schon im Haus, schon Erbe, schon geliebt. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn wollte der Heimkehrer als Tagelöhner arbeiten, doch der Vater legte ihm den Ring an und feierte ihn als Sohn (Lukas 15,19-24).

Was die Bibel meint

„So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott“ (Galater 4,7). Der Mensch tritt aus dem Sklavengeist heraus in die Freiheit des Kindes. Das ist der Grund, auf dem alles andere steht: Wer weiß, dass er Sohn oder Tochter ist, betet anders, lebt anders und empfängt anders.

Warum das befreit

Heilung, Versorgung, Frieden, das alles empfängt ein Kind, es verdient es nicht. Der Sohn muss nicht betteln, er darf bitten und danken. Aus der Sohnschaft fällt die Angst weg, denn ein geliebtes Kind fürchtet den Vater nicht. In diesem Stand ist der Mensch frei, so zu leben, wie er gebaut ist.

In einem Satz

Sohnschaft ist der Stand als geliebtes, erbberechtigtes Kind des Vaters. Nichts ist zu verdienen, alles ist zu empfangen.

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