Gnade ist das unverdiente Geschenk, die Zuwendung, die man nicht erarbeitet. Das griechische Wort charis ist verwandt mit Freude und mit dem Schenken.
Woher das Wort kommt

Charis heißt Gunst, Geschenk, Anmut. Aus ihm kommt charisma, die Gnadengabe, und die Eucharistie, das Danken. Im Hebräischen stehen chen (Gunst, die einem geschenkt wird) und chesed (die treue, überfließende Güte des Bundes). Immer geht es um etwas, das gegeben wird, ohne dass man es sich verdient.
Warum es oft verkleinert wird
„Gnade vor Recht“ klingt nach knapper Nachsicht, nach einem Richter, der einmal ein Auge zudrückt. Biblisch ist Gnade viel größer: eine überfließende Gabe, aus der das ganze neue Leben kommt. Sie ist die Quelle, nicht die Ausnahme.
Was die Bibel meint

„Aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich niemand rühme“ (Epheser 2,8-9). Nichts davon ist verdient, alles ist geschenkt. Gnade und Leistung schließen sich aus, denn ein Geschenk hört auf, Geschenk zu sein, sobald man es bezahlt.
Warum das befreit
Gnade ist das Ende des Leistens vor Gott. Du kannst aufhören, dir Liebe und Segen zu erarbeiten, und anfangen zu empfangen und zu danken. Das ist der Boden des Neuen Bundes: nicht ein Vertrag, den du erfüllst, sondern eine Gabe, die du annimmst.
In einem Satz
Gnade ist die überfließende, unverdiente Gabe Gottes, aus der alles kommt. Sie wird empfangen, nicht verdient.
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Glaube: Vertrauen und Treue
Sohnschaft: Kind, nicht Bittsteller
Klartext: Begriffe ehrlich erklärt

