Ein einzelner Baum in weiter Landschaft im Morgenlicht

Kontrolle: Die Frucht, die zur Wurzel wird

Kontrolle beginnt als Notgriff der Angst und wird mit der Zeit selbst zur Wurzel. Was als Schutz gedacht war, wächst sich zum Gefängnis aus. Sie ist die Frucht, die sich in den Boden gräbt und neue Frucht treibt.

Woher die Kontrolle kommt

Alte, rostige Ketten

Kontrolle wächst aus der Angst, die nicht vertrauen kann. Oft steht am Anfang ein Chaos, eine Zeit, in der nichts sicher war, in der man ausgeliefert war. Und das Kind zieht daraus einen Schluss, der wie eine Rettung aussieht: wenn ich alles im Griff habe, kann mir nichts mehr passieren. Das ist die Lüge unter der Kontrolle, die Gleichung Kontrolle gleich Sicherheit. Sie hält nur nicht, denn das Leben lässt sich nicht in den Griff bekommen, und je fester man greift, desto größer wird die Angst vor dem, was sich dem Griff entzieht.

Wie sie sich zeigt

Kontrolle zeigt sich in Starrheit, in Regeln, im ständigen Planen und Absichern, in der Unruhe, sobald etwas ungewiss ist, und oft im Kontrollieren anderer Menschen. Auf einer Ernährungsseite kennt man ihre liebste Frucht gut: die Diät als perfektes Kontrollsystem, das Zählen, Messen und Verbieten, das ein Stück Ordnung ins Ungewisse bringen soll. Dasselbe zeigt sich im übervollen Kalender, im Zwang, immer beschäftigt zu sein, und in der Partnerschaft, die man festhält, statt sie frei zu lassen. Die Kontrolle verspricht Ruhe und liefert Anspannung.

Was die Bibel sagt

Yeshua spricht die Kontrolle direkt an, und er nennt sie beim wahren Namen: Sorge. „Darum sorgt euch nicht … euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft“ (Matthäus 6,31-32). Und Petrus schreibt: „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrus 5,7). „Verlass dich auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand“ (Sprüche 3,5). Das Gegenteil der Kontrolle ist nicht das Chaos, sondern das Vertrauen.

Ursprung: Bibel · Wissenschaft findet heraus
Ursprung: Bibel

„Sorgt euch nicht … euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.“ Das Loslassen ruht nicht im Nichts, sondern in einem Vater, der weiß und sorgt.

Matthäus 6,31-32
Wissenschaft findet heraus

Die Angstforschung kennt den Zwang, alles kontrollieren zu müssen, als Unfähigkeit, Ungewissheit auszuhalten. Genau dieser Drang treibt die Angst nach oben. Wer lernt, Ungewissheit zu tragen und loszulassen, bei dem sinkt sie wieder.

Angstforschung: Intoleranz gegenüber Ungewissheit
Die Schrift ruft zum Vertrauen statt zur Sorge. Die Forschung zeigt: gerade der Zwang zu kontrollieren macht die Angst größer.

Wie diese Wurzel heilt

Ein weißer Vogel breitet die Flügel aus

Kontrolle heilt nicht, indem man noch fester greift, und auch nicht, indem man alles aufgibt und in Gleichgültigkeit fällt. Sie heilt, indem das Gewicht in andere Hände wandert. Vertrauen ist kein Nichtstun, es ist ein Umlegen der Last auf einen, der sie tragen kann. Die Hände, die loslassen, sind endlich frei, um zu empfangen. Und wenn das Vertrauen wächst, lockert sich der Griff überall zugleich: der Teller darf freier werden, der Kalender leerer, die Beziehung weiter. Nicht durch eine neue Regel, sondern weil endlich einer da ist, dem man das Leben überlassen kann.

In einem Satz

Kontrolle ist der Griff der Angst, der sich als Sicherheit ausgibt und Anspannung liefert. Sie heilt im Vertrauen, das die Last einem Vater überlässt, der sie trägt.

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