Ein kahler, knorriger Baum vor blauem Himmel

Bitterkeit: Die Wurzel aus der alten Wunde

Bitterkeit ist die Wurzel, die aus einer Wunde wächst, die nicht heilen durfte. Sie hält fest, was weh tat, und legt es nicht ab. Die Bibel nennt sie ausdrücklich beim Namen: die Wurzel der Bitterkeit.

Woher die Bitterkeit kommt

Ein dorniger Zweig mit Tautropfen

Am Anfang steht immer eine Verletzung, die nicht vergeben wurde. Jemand hat dir Unrecht getan, und weil der Schmerz zu groß war, hat das Herz die Rechnung offen gehalten. Bitterkeit ist eine festgehaltene Schuld. Und darunter, ganz unten, sitzt wieder die Angst: die Angst, noch einmal so verletzt zu werden. Die Bitterkeit meint es sogar gut mit dir. Sie will dich schützen, indem sie eine Mauer baut. Nur wird aus der Schutzmauer mit der Zeit ein Gefängnis, das dich selbst einschließt.

Wie sie sich zeigt

Bitterkeit spielt die alte Szene immer wieder ab. Man führt innerlich Gespräche mit Menschen, die längst weg sind. Das Herz wird hart, misstrauisch, schnell im Urteil. Oft läuft es wie ein Ping-Pong: ich treffe dich, bevor du mich triffst. Und weil eine Wurzel überall Frucht trägt, vergiftet die Bitterkeit die Verbindung zu anderen, sie sitzt am Tisch mit (Essen als Trost oder als Strafe), und sie raubt den Schlaf. Der andere hat dir vielleicht einmal wehgetan. Die Bitterkeit tut es täglich weiter, von innen.

Was die Bibel sagt

„Seht darauf, dass nicht eine Wurzel der Bitterkeit aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie verunreinigt werden“ (Hebräer 12,15). Die Schrift weiß, dass diese Wurzel nicht bei einem selbst bleibt, sie befällt ganze Familien und Freundschaften. Und sie zeigt zugleich den Ausweg: „Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn tut von euch, und seid untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie Gott euch vergeben hat in Christus“ (Epheser 4,31-32).

Ursprung: Bibel · Wissenschaft findet heraus
Ursprung: Bibel

„Dass nicht eine Wurzel der Bitterkeit aufwachse … und viele durch sie verunreinigt werden.“ Die Schrift nennt Bitterkeit ein Gift, das sich ausbreitet.

Hebräer 12,15
Wissenschaft findet heraus

Wer über erlittenes Unrecht grübelt, dem steigen messbar Blutdruck, Puls und Muskelspannung, und die negativen Gefühle wachsen. Wer im Geist vergibt, wird ruhiger, körperlich und seelisch. Anhaltende Bitterkeit hält den Körper im Stress.

Witvliet, 2001; Worthington, Vergebungsforschung
Die Schrift nennt Bitterkeit eine Wurzel, die viele vergiftet. Die Forschung misst, wie sie zuerst den eigenen Körper vergiftet.

Wie diese Wurzel heilt

Ein junger Trieb wächst aus dem Moos

Vergebung ist der Name für das Loslassen dieser Wurzel. Und hier ist es entscheidend, sie richtig zu verstehen. Vergeben heißt nicht, das Unrecht kleinzureden oder so zu tun, als wäre nichts geschehen. Es heißt, die Schuld aus der eigenen Hand zu geben und nicht länger die Rechnung zu führen. Im Neuen Bund ist das keine neue Regel, die du erfüllen musst, sonst wäre es nur wieder Kontrolle unter frommem Namen. Es ist etwas, das aus dem Empfangen fließt: „vergebt einer dem andern, wie Gott euch vergeben hat“. Weil dir vergeben wurde, kann Vergebung durch dich weiterfließen. Du bringst die alte Wunde ins Licht, du sagst sie beim Namen, und du legst sie in die Hände dessen, der gerecht richtet. Dann darf die Mauer fallen, und hinter der Mauer wartet das Leben, das die Bitterkeit so lange eingeschlossen hat.

In einem Satz

Bitterkeit ist festgehaltene Schuld aus einer alten Wunde, und sie vergiftet zuerst den, der sie hält. Sie heilt im Loslassen, das aus der empfangenen Vergebung fließt.

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